Freie Wähler Nagold – Wir machen uns ein Bild vor Ort und erkunden die Vielfalt der Nagolder Schullandschaft

Besuch der Freien Wähler Nagold in der Zellerschule und am Otto-Hahn-Gymnasium

 

Zellerschule

Otto-Hahn-Gymnasium

Wie läuft der Unterricht an einer Gemeinschaftsschule? Was bewegt die größte Schule Nagolds, das Otto-Hahn-Gymnasium? Gemeinderäte und Kandidaten der Nagolder Freien Wähler machten sich direkt vor Ort ein Bild.
 
An der Zellerschule wurden sie von Konrektor Steffen Schneider direkt in ein Klassenzimmer der Gemeinschaftsschule geführt. Sogleich fielen den Besuchern die vielen Arbeitsmaterialien und Ordner ins Auge.
 
Diese braucht es, so erklärte Rektor Ulrich Schubert, um das für die Gemeinschaftsschule typische individualisierte Lernen, das Lernen im eigenen Tempo zu ermöglichen. Jedes Kind hat einen eigenen wöchentlichen Arbeitsplan. Je nach Leistungsfähigkeit des Kindes stehen Aufgaben aus drei verschiedenen Niveaustufen zur Verfügung. In Absprache zwischen Lehrer, Schüler und Eltern arbeitet jedes Kind in jedem Fach auf dem für ihn passenden Niveau.
 
Dazu braucht es eigentlich mehr Platz als es ein Klassenzimmer bietet. Deshalb hofft die Zellerschule auf einen Anbau, der Platz für so genannte Lernateliers bietet, in den die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht von Lehrern selbständig arbeiten können. Aktuell ist man im Gespräch mit der Stadt wo und wie diese zusätzlichen Flächen entstehen können.
 
Die Freien Wähler versprachen sich im Gemeinderat dafür einzusetzen, dass man hier bei den Planungen nicht zu kurz springt.
 
Roman Benz, Kandidat der Freien Wähler für einen Platz im Stadtrat und von Beruf Architekt, sah die aktuellen Pläne eher kritisch. „Bei den vermutlich recht hohen Kosten entsteht zu wenig großzügige Fläche.“
 
Zunächst aber steht noch die Sanierung des aktuellen Gebäudes auf dem Plan. Davon betroffen ist auch die Grundschule. Diese hat vor allem einen großen Platzbedarf in Hinsicht auf den Ganztagesbetrieb. Hier werden aktuell über 100 Kinder betreut. „Mehr geht nicht“, bemerkte Rektor Ulrich Schubert. „Der Bedarf steigt, deshalb muss die Stadt Nagold ein Gesamtkonzept erstellen, wo und in welcher Qualität in Nagold zukünftig Ganztagesbetreuung angeboten werden soll.“, konstatierte Ulrich Hamann, der das schon in seiner Haushaltsrede für die Freien Wähler im Stadtrat gefordert hatte.
 
Über den Pausenhof des Schul-Campus gelangte die Besuchergruppe der Freien Wähler direkt zum Otto-Hahn-Gymnasium. Dort begrüßten sie Schulleiter Walter Kinkelin und Heike Blessmann, die dem Vorstand der Elternschaft des OHG angehört.
 
Schon im Foyer brachte der Schulleiter seinen größten Wunsch vor: die Aula. Bei den Sanierungs- und Neubauplänen für das OHG spielt die Aula als Begegnungs- und Veranstaltungsort die zentrale Rolle. Kinkelin erklärte, dass für eine große Schule die Identitätsstiftung eine schwierige Aufgabe sei. Und dafür brauche es dringend eine Aula. Das leuchtet den Besuchern ein, die sich teilweise noch erinnern konnten, dass früher große Veranstaltungen im dunklen Foyer des OHG stattfanden – aber auch das geht seit einigen Jahren aus Gründen des Brandschutzes nicht mehr.
 
Ansonsten sieht Walter Kinkelin seine Schule gut aufgestellt. Er berichtet stolz von zahlreichen Erfolgen bei Wettwerben und der Teilnahme an etlichen Schulversuchen. So gibt es vier „Tabletversuchsklassen“. Von der sehr guten medientechnischen Ausstattung konnten sich die Freien Wähler überzeugen.
 
Die Lehrer haben Zugriff auf das im gesamtem Gebäude vorhandenen WLAN und können so immer wieder sinnvoll auf digitale Medien in ihrem Unterricht zurückgreifen. Problematisch sei einzig und allein die Betreuung der zahlreichen Geräte. Hier regten Ralf Benz und andere Kandidaten der Freien Wähler an, dass die Stadt Nagold eine technische Lösung für alle Schulen vorantreibe und dann über einen städtischen Mitarbeiter oder ein Unternehmen auch die Wartung für alle Geräte übernehme. Dieses Modell habe sich z.B. in Herrenberg bewährt.
 
Auch in Sachen Werbung für die vielfältige und gut aufgestellte Schulstadt Nagold sahen die aktuellen und zukünftigen Stadträte der Freien Wähler eine wichtige zentrale Aufgabe der Stadt Nagold. Matthias Flury verwies in diesem Zusammenhang auf die Schulbroschüre der Stadt Rottenburg und Heida Rück auf die kleine Zeitungsbeilage der beruflichen Schulen im Landkreis.
 
„Eine pädagogische Fachkraft für den Schulbereich hätte bei den Themen Digitalisierung, Ganztagesbetreuung und Außendarstellung schon ordentlich zu tun.“, griff der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Eberhard Haizmann eine Forderung seiner Fraktion aus der Haushaltsrede auf.
 
Abschließend berichtet Esther Betz-Börries, zum einen Kandidatin der Freien Wähler, zum anderen Lehrerin am OHG vom Projekt „Akku Pro“. Schülerinnen und Schüler des OHG fungieren bei diesem Projekt als Lernbegleiter für Schülerinnen und Schüler der Zellerschule. Das einstmals von Ilselore Wiedmann imitierte und immer noch sehr erfolgreiche Projekt wird aktuell von ihr betreut und bildet so die passende Klammer um den Besuch der Freien Wähler auf dem Schulcampus Innenstadt.
 
Einen Ausblick in die zukünftigen Aktivitäten der Freien Wähler gibt dann noch Stadtrat Ulrich Hamann: „Das Thema Schule werden die Freien Wähler durch einen Besuch der Lembergschule und der Christiane-Herzog Realschule abrunden.
 
Im März stehen dann Besuche der Ortsteile an. Zudem soll die Lage der Senioren in Nagold in einem Gespräch mit dem Stadtseniorenbeirat besprochen werden.
 
Im April ist dann geplant, die Themen Kinderbetreuung, Gesundheit und Innenstadtentwicklung in den Fokus zu nehmen.“