Besuch der Freien Wähler Nagold in der Kernenschule und in der Grundschule Vollmaringen

 

Kernenschule

Grundschule Vollmaringen

Wie gut sind unsere Grundschulen ausgestattet? Wie ist der aktuelle Stand der Digitalisierung in den kleinen Schulen? Gemeinderäte und Kandidaten der Nagolder Freien Wähler machten sich direkt vor Ort ein Bild in den Grundschulen in Vollmaringen und im Kernen.

Sie treffen auf hochmotivierte Schulleitungen, die Kinder mögen, mit hohem Idealismus arbeiten, in ihren Schulen viel bewegen und froh sind, dass sie Schulsozialarbeiterinnen an den Schulen haben. Sie sehen helle Schulräume. Und doch drückt der Schuh, vor allem wenn es um die Themen Digitalisierung und Unterstützung durch den Schulträger geht.

Die Vollmaringer Rektorin Irene Breitling führte die Delegation in den Computerraum der Schule, der vor 10 Jahren mit Geldern des Fördervereins eingerichtet worden ist. Heute werden die veralteten Computer höchstens noch als Schreibmaschinen benutzt. „Das ist nicht mehr Schule von heute, das ist nicht einmal mehr Schule von gestern“, bemerkt sie emotional. Die engagierte Pädagogin, die seit 10 Monaten Schulleiterin in Vollmaringen ist, hat genaue Pläne, wie Digitalisierung in der Schule aussehen soll: 20 Tablets, ein Beamer und eine funktionierende Internetverbindung. Das wäre ihr Wunsch. Den alten Computerraum würde sie gerne zum Lehrerzimmer umfunktionieren.

Für Irene Breitling hat die Arbeit in der kleinen, überschaubaren Schule viele positive Seiten. Sie kennt jeden ihrer 57 Schüler, hat ein kleines, engagiertes Team, ein intelligent strukturiertes Schulgebäude mit großzügigem Pausenhof und Spielplatz. 11 Stunden in der Woche sind offiziell für die Rektoratsarbeit vorgesehen, der zusätzliche Arbeitsaufwand und die Verantwortung werden kaum vergütet. „Das muss man aus Idealismus machen“, sagt sie.

Für Frust sorgen technische Dinge. Die Internetverbindung funktioniert nicht, 2 Wochen lang war das Telefon außer Gefecht. „Da fühlt man sich als kleine Grundschule schon benachteiligt“, meint sie und fordert mehr Unterstützung von der Stadt als Schulträger.

Ähnlich äußern sich Jürgen Morlock und Silke Lenz, die für die Grundschule im Kernen verantwortlich zeichnen. Jürgen Morlock ist als Rektor der Grundschule in Emmingen auch für die Grundschule im Kernen verantwortlich, die im Alltag mehr oder weniger von seiner Kon-Rektorin Silke Lenz geführt wird. Auch Ihnen brennt das Thema Digitalisierung unter den Nägeln. Gerne würden sie die Kinder mit Hilfe aktueller Technik mit den Chancen und Risiken der digitalisierten Welt vertraut machen. Gerade haben sie einen Medienentwicklungsplan fertig gestellt und möchten diesen nun gerne schnell umsetzen. Daneben sehen sie im über 50 Jahre alten Schulgebäude einen nicht unerheblichen Sanierungsstau: Elektrische Leitungen, die von Seiten des Arbeitsschutzbeauftragten des Landes schon angemahnt wurden; ein Fenster, das nicht mehr schließt; eine Fußleiste, die seit zwei Jahren fehlt; ein Pausenhof, der eher trostlos daherkommt. Es sind oft Kleinigkeiten, die nicht viel Geld kosten würden, die den Alltag erschweren. So berichtet Silke Lenz, dass sie mit den Schülerinnen und Schülern die Papierlieferung, die mangels Zufahrt zur Schule an die Straßenkante geliefert wird, in die Schule tragen muss. Resigniert zeigt Silke Lenz der Abordnung der Freien Wähler auch ein kaputtes Sofa in den Räumen der Mittagsbetreuung, das nicht ersetzt wird. Dennoch spüren die Besucher, dass auch im Kernen zwei Vollblut-Pädagogen unterwegs sind, die mit viel Engagement und großem Einsatz für Ihre Schülerinnen und Schüler alles geben. Gut, dass Nagold solche tollen Schulleiter und Schulleiterinnen hat!

Die Freien Wähler möchten diese wertvolle Arbeit an den Schulen auch in der kommenden Periode des Gemeinderats unterstützen. Matthias Flury, Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium, sagt dazu: „Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren ein zentrales Thema sein. Hier braucht die Stadt Nagold dringend einen Masterplan, der vor allem auch die Wartung und Betreuung der Geräte mit bedenkt.“ Und seine OHG-Kollegin Esther Betz-Börries ergänzt: „Gerade auch die Schulleiterinnen und Schulleiter der kleinen Schulen brauchen mehr Unterstützung bei den vielen kleinen Problemen des Alltags . Hier muss in der Verwaltung eine Person sein, die die Anliegen der Schulen aufnimmt und alles Notwendige in Gang setzt, um Lösungen zu erzielen.“

Neben Esther Betz-Börries und Matthias Flury finden sich mit der Rektorin der Lembergschule Petra Brauer und dem stellvertretenden Schulleiter und Stadtrat Ulrich Hamann noch weitere Pädagogen auf der Kandidatenliste der Freien Wähler. Ulrich Hamann bemerkt dazu: „Die größten Investitionen der Stadt Nagold in den nächsten Jahren liegen im Schulbereich. Da ist es gut, dass wir als Freie Wähler in dem Bereich viel Kompetenz in den Reihen haben.“